ADAC Kfz-Versicherung: 2026 Tarife, Preise & Rabatte

Die ADAC KFZ-Versicherung wird von der ADAC Autoversicherung AG angeboten, einem Gemeinschaftsunternehmen von ADAC und Allianz. Sie ist in drei Produktlinien erhältlich – Basis, Komfort und Premium –, jeweils wählbar als Haftpflicht-, Teilkasko- oder Vollkaskoschutz. ADAC-Mitglieder erhalten je nach Aktion einen Rabatt von bis zu 10 bis 15 Prozent auf den Beitrag. Besonderheiten sind die hohe Haftpflichtdeckung von 100 Millionen Euro, ein Telematiktarif sowie optionale Bausteine wie Rabattschutz, Werkstattbonus und Fahrerschutz. Ob sich der Tarif lohnt, hängt stark von Fahrzeug, Schadenfreiheitsklasse und persönlichem Absicherungsbedarf ab.

Wer beim Wort ADAC zuerst an den gelben Pannenwagen auf der Autobahn denkt, liegt nicht falsch – aber der Automobilclub ist längst mehr als Pannenhilfe. Seit einigen Jahren bietet der ADAC über eine eigene Gesellschaft auch eine vollwertige Kfz-Versicherung an, die sich in Tests regelmäßig mit etablierten Anbietern wie HUK-Coburg, Allianz oder CosmosDirekt misst. Für viele Autofahrer stellt sich deshalb die Frage: Lohnt sich die ADAC-Versicherung wirklich, oder zahlt man am Ende vor allem für den bekannten Namen?

In diesem Beitrag schauen wir uns die ADAC KFZ-Versicherung von allen Seiten an – von den Tarifdetails über realistische Kostenrahmen bis zu den Punkten, die in der Werbung gerne untergehen. Als unabhängige Informationsquelle orientieren wir uns dabei an den Bewertungsmaßstäben, wie sie auch Stiftung Warentest und die Verbraucherzentralen anlegen: Leistung, Preis, Transparenz und Kundenservice im Schadenfall.

Was ist die ADAC KFZ-Versicherung eigentlich?

Die ADAC Autoversicherung AG mit Sitz in München ist rechtlich ein eigenständiges Versicherungsunternehmen und unterliegt wie jeder deutsche Versicherer der Aufsicht durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Entstanden ist sie aus einer Kooperation zwischen dem ADAC und der Allianz-Gruppe: Der Automobilclub bringt seine Markenbekanntheit und sein Pannenhilfe-Netzwerk ein, die Allianz liefert die versicherungstechnische Infrastruktur im Hintergrund.

Wichtig zu wissen: Eine ADAC-Mitgliedschaft ist keine Voraussetzung, um die Kfz-Versicherung abzuschließen. Auch Nicht-Mitglieder können sich hier versichern – sie verzichten dann allerdings auf den Mitgliederrabatt und auf die kostenlose Pannenhilfe, die viele als praktische Ergänzung schätzen.

Versichert werden können:

  • Pkw (auch Elektro- und Hybridfahrzeuge)
  • Motorräder
  • Wohnwagen und Wohnmobile
  • Anhänger
  • in bestimmten Konstellationen auch Oldtimer

Die drei Produktlinien im Überblick

Der ADAC staffelt seine Kfz-Versicherung in drei Leistungsstufen, die meist als Basis, Komfort und Premium bezeichnet werden (in älteren Tarifgenerationen liefen sie unter den Namen Eco, Kompakt und KomfortVario – inhaltlich ist das Prinzip aber vergleichbar geblieben):

  • Basis: Deckt die gesetzlichen Mindestanforderungen ab, eignet sich für preisbewusste Fahrer und ältere Fahrzeuge ohne hohen Wiederbeschaffungswert.
  • Komfort: Die am häufigsten gewählte Linie, empfohlen für Fahrzeuge bis etwa acht Jahre, mit deutlich erweitertem Leistungsumfang gegenüber Basis.
  • Premium: Der umfassendste Schutz, ausgelegt auf Neuwagen und hochwertige Fahrzeuge, inklusive Zusatzleistungen wie Rabattschutz und erweiterter Neupreisentschädigung.

Jede dieser drei Linien lässt sich als reine Haftpflicht, mit Teilkasko oder mit Vollkasko kombinieren – insgesamt ergeben sich also neun mögliche Deckungskombinationen.

Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko: Was steckt jeweils drin?

Bevor man Tarife vergleicht, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Grundlagen. Diese drei Bausteine bilden das Fundament jeder Autoversicherung in Deutschland:

Kfz-Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben (§ 1 PflVG). Sie springt ein, wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug einem Dritten einen Schaden zufügen – etwa bei Personen-, Sach- oder Vermögensschäden. Beim ADAC liegt die Deckungssumme in allen Produktlinien bei 100 Millionen Euro pauschal beziehungsweise 15 Millionen Euro je geschädigter Person. Das ist ein Wert, der über der gesetzlichen Mindestdeckung liegt und in etwa dem Marktstandard guter Anbieter entspricht.

Teilkaskoversicherung ist freiwillig und ergänzt die Haftpflicht um Schutz für das eigene Fahrzeug bei:

  • Diebstahl und Einbruch
  • Brand und Explosion
  • Elementarschäden (Sturm, Hagel, Überschwemmung, Blitzschlag)
  • Glasbruch
  • Wildunfällen (im Basis-Tarif teils nur Haarwild, in höheren Tarifen alle Tierarten)
  • Kurzschlussschäden an der Verkabelung

Vollkaskoversicherung umfasst alle Leistungen der Teilkasko und deckt zusätzlich Schäden am eigenen Fahrzeug, die Sie selbst verschuldet haben – etwa bei einem Unfall ohne Fremdbeteiligung, oder mutwillige Beschädigung durch unberechtigte Dritte, zum Beispiel Vandalismus.

Besondere Leistungsbausteine der ADAC-Autoversicherung

Was den ADAC von reinen Direktversicherern unterscheidet, sind einige Zusatzbausteine, die teils serienmäßig, teils optional gegen Aufpreis enthalten sind:

  • Mallorca-Police: Automatischer Bestandteil aller Tarife. Sie greift, wenn Sie im europäischen Ausland mit einem Mietwagen einen Schaden verursachen und die dortige Mietwagenversicherung nicht ausreicht.
  • Rabattschutz: Der erste Schaden im Kalenderjahr führt nicht zur Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse. In der Regel in Komfort und Premium enthalten, bei Basis meist nicht.
  • Fahrerschutz-Versicherung: Übernimmt Personenschäden des Fahrers, die bei einem selbstverschuldeten Unfall entstehen – ein Bereich, den die normale Haftpflicht nicht abdeckt, da diese nur Schäden Dritter reguliert.
  • Werkstattbonus: Wer sich auf eine Partnerwerkstatt festlegt, kann den Beitrag spürbar senken – laut mehreren Marktvergleichen sind Einsparungen von 10 bis 15 Prozent realistisch.
  • Telematik-Tarif „Fahr & Spar” / ADAC Smart: Wer vorausschauend fährt und dies über eine App aufzeichnen lässt, kann zusätzlichen Nachlass erhalten. Anbieter werben hier mit Rabatten bis zu 30 Prozent, tatsächlich erzielbar ist dieser Wert aber nur bei durchgehend sehr defensivem Fahrverhalten.
  • Eigenschadenversicherung: Ab der Komfort-Linie enthalten, deckt selbst verursachte Schäden an fremdem Eigentum wie der eigenen Hauswand mit Summen von 100.000 bis 200.000 Euro.
  • Neupreisentschädigung: Bei Totalschaden oder Diebstahl wird je nach Tarif der Kaufpreis für Fahrzeuge bis 12, 24 oder sogar 36 Monate erstattet statt nur des Zeitwerts.

Was kostet die ADAC KFZ-Versicherung?

Hier vorweg die wichtigste Einordnung: Es gibt keinen pauschalen Preis. Der Beitrag zur Kfz-Versicherung hängt von einer ganzen Reihe individueller Faktoren ab, und das gilt für den ADAC genauso wie für jeden anderen Versicherer:

  • Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse)
  • Regionalklasse des Wohnorts
  • Typklasse des Fahrzeugmodells
  • jährliche Fahrleistung
  • Alter und Beruf des Halters beziehungsweise der Hauptfahrer
  • gewählte Selbstbeteiligung
  • Nutzung einer Garage oder eines Stellplatzes

In Marktübersichten und Vergleichsrechnern tauchen für Musterfälle – häufig 35-jährige Fahrer mit SF-Klasse 10 und rund 12.000 Kilometern Jahresfahrleistung – Beitragsspannen ab etwa 20 bis 30 Euro pro Monat für reine Haftpflicht in der Basis-Linie auf. Für Vollkasko in der Premium-Linie können mehrere Hundert Euro im Jahr zusammenkommen. Diese Zahlen sind reine Orientierungswerte: Ein 22-jähriger Fahranfänger mit SF-Klasse 0 in einer teuren Typklasse zahlt ein Vielfaches dessen, was ein langjähriger Vielfahrer mit SF-Klasse 35 aufbringen muss.

Praxistipp aus der Beratung: Lassen Sie sich nicht allein vom Einstiegspreis in der Werbung leiten. Der beworbene “Ab-Preis” bezieht sich fast immer auf den günstigsten Fall – niedrigste Typklasse, höchste SF-Klasse, Basis-Tarif ohne Zusatzbausteine. Ihr tatsächliches Angebot kann davon erheblich abweichen.

Der Mitgliederrabatt – lohnt sich die ADAC-Mitgliedschaft zusätzlich?

Ein Kernargument der ADAC-Werbung ist der Rabatt für Vereinsmitglieder, der je nach aktueller Aktion und Mitgliedschaftsstufe zwischen etwa 10 und 15 Prozent auf die Versicherungsprämie liegen kann. Eine ADAC-Basismitgliedschaft ist bereits ab niedrigem zweistelligem Betrag pro Jahr erhältlich, höhere Stufen wie ADAC Plus kosten mehr, bieten dafür aber erweiterte Pannenhilfe-Leistungen europaweit.

Ob sich das rechnet, lässt sich pauschal nicht beantworten, aber die Rechnung ist einfach genug, um sie selbst durchzuführen:

  1. Ermitteln Sie die Ersparnis durch den Mitgliederrabatt in Euro pro Jahr (Prämie × Rabattsatz).
  2. Ziehen Sie die Kosten der Mitgliedschaft ab.
  3. Bewerten Sie den zusätzlichen Nutzen der Pannenhilfe – für Vielfahrer, Familien mit älteren Fahrzeugen oder Vielreisende ist dieser Wert oft höher als der reine Versicherungsrabatt.

Bei einer Jahresprämie von 500 Euro und 10 Prozent Rabatt sparen Sie beispielsweise rund 50 Euro. Reicht das, um eine Mitgliedschaft ab rund 60 Euro im Jahr zu refinanzieren? Nur, wenn Sie die Pannenhilfe mit einrechnen – als reiner Versicherungsrabatt allein trägt sich die Mitgliedschaft oft nicht.

Vergleichstabelle: ADAC-Tarife im Überblick

KriteriumBasisKomfortPremium
ZielgruppePreisbewusste Fahrer, ältere FahrzeugeMeistgewählter Tarif, Fahrzeuge bis ca. 8 JahreNeuwagen, hochwertige Fahrzeuge
Haftpflicht-Deckungssumme100 Mio. € pauschal100 Mio. € pauschal100 Mio. € pauschal
Rabattschutzin der Regel nicht enthaltenmeist optional/teilweise enthaltenin der Regel enthalten
Fahrerschutznicht enthaltenoptionalhäufig enthalten
Wildunfälle (Teilkasko)meist nur Haarwildalle Tierartenalle Tierarten
Neupreisentschädigungeingeschränkt oder nicht enthaltenbis 12–24 Monatebis 24–36 Monate
Werkstattbonusoptionaloptionaloptional
Telematik-Optionverfügbarverfügbarverfügbar
Typische EignungZweitwagen, Kleinwagen, GebrauchtwagenDurchschnittlicher FamilienwagenNeuwagen, Leasingfahrzeug, Premiumfahrzeug

Hinweis: Die konkreten Leistungsdetails können sich je nach Tarifgeneration und aktuellem Bedingungswerk unterscheiden. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss stets die aktuellen Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB) des ADAC.

ADAC im Vergleich zu anderen Anbietern

Wie schlägt sich die ADAC-Versicherung im breiteren Marktvergleich? In unabhängigen Tests, etwa von Franke und Bornberg oder in Kundenzufriedenheitsbefragungen wie der des Deutschen Instituts für Service-Qualität (DISQ), schneidet der ADAC in den Kategorien Leistung und Kundenzufriedenheit meist solide bis gut ab, insbesondere in den höheren Produktlinien Komfort und Premium.

Preislich positioniert sich der ADAC in der Regel im Mittelfeld: günstiger als viele klassische Vertreterversicherer mit persönlicher Beratung vor Ort, aber tendenziell teurer als reine Online-Direktversicherer ohne Filialnetz. Wer ausschließlich auf den niedrigsten Preis schaut, findet bei Direktversicherern oft günstigere Einstiegsangebote – wer Wert auf die Kombination aus Versicherung und bundesweiter Pannenhilfe legt, für den kann der ADAC dennoch die wirtschaftlichere Gesamtlösung sein.

Wichtig für die Einordnung: Testsiegel und Auszeichnungen von Wirtschaftsmagazinen sind eine nützliche Orientierung, ersetzen aber keinen individuellen Vergleich. Ein Testsieger im Durchschnitt muss nicht automatisch auch für Ihr konkretes Fahrzeug und Ihr Fahrprofil das günstigste oder leistungsstärkste Angebot liefern. Nutzen Sie unabhängige Vergleichsrechner, um mehrere Angebote parallel für Ihre persönliche Situation zu prüfen, statt sich allein auf ein Siegel zu verlassen.

Vorteile und Nachteile der ADAC KFZ-Versicherung

Vorteile

  • Kombination aus Versicherung und Pannenhilfe: Wer ohnehin Mitglied ist oder werden möchte, profitiert von einem Gesamtpaket aus Versicherungsschutz und europaweiter Pannenhilfe.
  • Hohe Haftpflichtdeckung von 100 Millionen Euro in allen Produktlinien.
  • Breites Fahrzeugspektrum: Von E-Autos über Motorräder bis Wohnmobile abdeckbar.
  • Flexible Bausteine: Werkstattbonus, Telematik und Rabattschutz erlauben eine individuelle Anpassung von Preis und Leistung.
  • Bekannte Marke mit langer Schadenerfahrung durch die Kooperation mit der Allianz im Hintergrund.

Nachteile

  • Kein eigenständiger Schutzbrief innerhalb der Versicherung – die Pannenhilfe-Leistungen sind an eine separate Club-Mitgliedschaft gekoppelt, nicht direkt Bestandteil der Police.
  • Basis-Tarif mit spürbaren Einschränkungen, insbesondere bei Wildunfällen und Rabattschutz.
  • Preislich nicht immer der günstigste Anbieter im direkten Marktvergleich, besonders gegenüber reinen Online-Versicherern.
  • Mitgliederrabatt ist an eine zusätzliche Kostenposition (Mitgliedsbeitrag) gekoppelt, die separat kalkuliert werden muss.
  • Rabattschutz ist bei einem Versicherungswechsel in der Regel nicht auf den neuen Anbieter übertragbar – ein Punkt, der bei einem späteren Wechsel häufig übersehen wird.

Schritt-für-Schritt: So schließen Sie die ADAC KFZ-Versicherung ab

  1. Fahrzeugschein bereithalten. Für die Beitragsberechnung benötigen Sie Angaben zu Hersteller, Modell, Erstzulassung und Fahrzeugidentifikationsnummer.
  2. Fahrprofil klären. Notieren Sie sich Jahresfahrleistung, Hauptfahrer, Nutzungszweck (privat/gewerblich) und vorhandene SF-Klasse aus der bisherigen Police.
  3. Online-Rechner nutzen. Über den Beitragsrechner auf der ADAC-Website lässt sich ein individuelles Angebot in wenigen Schritten ermitteln. Als eingeloggtes Mitglied wird der Rabatt automatisch berücksichtigt.
  4. Tariflinie und Bausteine wählen. Entscheiden Sie zwischen Basis, Komfort und Premium sowie den gewünschten Zusatzbausteinen wie Werkstattbonus oder Rabattschutz.
  5. Mit anderen Anbietern vergleichen. Holen Sie parallel Vergleichsangebote ein, idealerweise über einen unabhängigen Vergleichsrechner mit mehreren hundert Tarifen.
  6. Kündigungsfrist beim bisherigen Versicherer beachten. Für einen Wechsel zum 1. Januar muss die Kündigung in der Regel spätestens am 30. November beim aktuellen Versicherer eingehen.
  7. Antrag stellen und Bestätigung prüfen. Kontrollieren Sie nach Vertragsabschluss die Versicherungsbestätigung (eVB-Nummer) für die Kfz-Zulassung.

Häufige Fehler beim Abschluss einer Kfz-Versicherung

Aus der Beratungspraxis lassen sich einige wiederkehrende Fehler beobachten, die nicht spezifisch für den ADAC gelten, aber gerade bei einem Wechsel oder Neuabschluss häufig passieren:

  • Fahrleistung zu niedrig angeben, um den Beitrag zu drücken. Das kann im Schadenfall zu Problemen führen, wenn der Versicherer eine Obliegenheitsverletzung feststellt.
  • Nur auf den Jahresbeitrag schauen, nicht auf die Selbstbeteiligung. Ein niedriger Beitrag mit hoher Selbstbeteiligung kann im Schadenfall teurer werden als ein etwas höherer Beitrag mit niedriger SB.
  • Rabattschutz und Werkstattbindung übersehen. Wer die Bausteine nicht kennt, zahlt entweder zu viel oder verzichtet unwissentlich auf sinnvollen Schutz.
  • Stichtag 30. November verpassen. Wer die Kündigungsfrist versäumt, bleibt oft ein weiteres Jahr im alten, möglicherweise teureren Vertrag gebunden.
  • Typklassen- und Regionalklassenänderungen ignorieren. Diese werden jährlich neu berechnet und können den Beitrag auch ohne eigenes Verschulden verändern – ein Vergleich zum Jahreswechsel lohnt sich deshalb unabhängig vom aktuellen Anbieter.

Experten-Tipps für die Praxis

Aus meiner Erfahrung in der Versicherungsberatung helfen diese Punkte am meisten, um bei der Kfz-Versicherung wirklich die passende Lösung zu finden:

  • Bestandskunden sollten aktiv nachverhandeln. Wer bereits ADAC-Kunde ist, kann häufig durch ein direktes Gespräch oder eine Anpassung der Deckungsbausteine sparen, ohne den Versicherer zu wechseln.
  • Fahrsicherheitstraining nutzen. Wer innerhalb der letzten drei Jahre an einem ADAC-Fahrsicherheitstraining teilgenommen hat, erhält teilweise einen Nachlass auf den Beitrag.
  • Werkstattbindung realistisch einschätzen. Der Rabatt lohnt sich vor allem, wenn eine Partnerwerkstatt in zumutbarer Entfernung liegt – sonst drohen Umwege im Schadenfall.
  • Telematik-Tarife ausprobieren, aber Erwartungen dämpfen. Die maximal beworbenen Rabatte gelten für sehr defensives Fahrverhalten über einen längeren Zeitraum, nicht ab dem ersten Monat.
  • Vergleichsrechner regelmäßig nutzen, auch als zufriedener Kunde. Der Markt und die Typklassen ändern sich jährlich; ein Vergleich zum Stichtag kostet nichts und deckt oft Sparpotenzial auf.
  • Bei Unsicherheiten die Verbraucherzentrale einbeziehen. Für komplexere Fragen, etwa zu Widerrufsrechten oder strittigen Schadenregulierungen, bietet die Verbraucherzentrale unabhängige Beratung.

Für wen eignet sich die ADAC KFZ-Versicherung besonders?

Die Antwort hängt stark von der persönlichen Situation ab:

Familien mit mehreren Fahrzeugen profitieren häufig von der Kombination aus Mitgliedschaft und Versicherungsrabatt, da sich die Pannenhilfe über mehrere Autos hinweg auszahlt.

Vielfahrer und Berufspendler sollten besonders auf die Kaskoleistungen und die Werkstattbindung achten, da hier über die Jahre die größten Einsparungen möglich sind.

Fahranfänger zahlen aufgrund niedriger SF-Klassen naturgemäß höhere Beiträge – hier lohnt sich ein breiter Vergleich über mehrere Anbieter hinweg besonders, da sich die Konditionen für Berufseinsteiger und junge Fahrer je nach Versicherer stark unterscheiden können.

Halter von Elektro- und Hybridfahrzeugen finden beim ADAC eigene Leistungsbausteine für die Besonderheiten dieser Antriebsarten, etwa bei Batterieschäden – ein Punkt, den nicht jeder klassische Versicherer im gleichen Umfang abdeckt.

Rentner und Wenigfahrer mit älterem Fahrzeug fahren mit dem Basis-Tarif und reiner Haftpflicht oder Teilkasko oft am wirtschaftlichsten, da sich eine Vollkasko bei niedrigem Fahrzeugwert meist nicht mehr rechnet.

Fazit

Die ADAC KFZ-Versicherung ist kein Discount-Angebot, aber auch keine überteuerte Nischenlösung. Sie positioniert sich als solides Mittelklasse-Produkt mit einigen Alleinstellungsmerkmalen – allen voran der engen Verzahnung mit der Pannenhilfe des Automobilclubs. Wer ohnehin Mitglied ist oder werden möchte, profitiert von einem stimmigen Gesamtpaket. Wer ausschließlich den niedrigsten Versicherungsbeitrag sucht, sollte den ADAC-Tarif immer mit reinen Direktversicherern vergleichen, bevor er sich festlegt.

Am wichtigsten bleibt in jedem Fall: Verlassen Sie sich nicht auf einen einzelnen Vergleichsrechner oder ein einzelnes Testsiegel. Holen Sie mehrere konkrete Angebote für Ihr Fahrzeug und Ihr Fahrprofil ein, prüfen Sie die Bedingungen der Bausteine im Detail und behalten Sie den Kündigungsstichtag am 30. November im Blick, wenn ein Wechsel für Sie infrage kommt.

Weitere Einblicke in das Versicherungswesen finden Sie unten: E-Bike Versicherung
Was zahlt die Teilkasko bei Eigenverschulden?
KFZ abmelden Was passiert mit der Versicherung?

Häufige Fragen

1: Muss ich ADAC-Mitglied sein, um die Kfz-Versicherung abzuschließen?

Nein. Die ADAC Autoversicherung AG steht auch Nicht-Mitgliedern offen. Ohne Mitgliedschaft entfallen jedoch der Mitgliederrabatt und die kostenlose Pannenhilfe.

2: Wer steckt hinter der ADAC KFZ-Versicherung?

Die ADAC Autoversicherung AG ist ein Gemeinschaftsunternehmen von ADAC und Allianz mit Sitz in München. Sie unterliegt wie alle deutschen Versicherer der Aufsicht der BaFin.

3: Wie hoch ist der Mitgliederrabatt bei der ADAC Kfz-Versicherung?

Je nach aktueller Aktion und Mitgliedschaftsstufe sind Rabatte von etwa 10 bis 15 Prozent auf die Versicherungsprämie möglich. Die genaue Höhe kann sich ändern, daher lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Konditionen zum Zeitpunkt des Abschlusses.

4: Was kostet die ADAC KFZ-Versicherung im Monat?

Es gibt keinen festen Preis. Der Beitrag hängt von SF-Klasse, Regional- und Typklasse, Fahrzeugalter, Fahrleistung und gewähltem Tarif ab. In Marktvergleichen tauchen für günstige Konstellationen Einstiegspreise ab rund 20 bis 30 Euro monatlich für Haftpflicht auf, individuelle Angebote können jedoch deutlich abweichen.

5: Kann ich die ADAC Kfz-Versicherung jederzeit kündigen?

Der reguläre Vertrag lässt sich mit einer Frist von einem Monat zum Vertragsende kündigen. Bei den üblichen Jahresverträgen mit Ende zum 31. Dezember muss die Kündigung in der Regel bis spätestens 30. November beim Versicherer eingehen.

6: Lohnt sich der Wechsel von einem anderen Versicherer zum ADAC?

Das hängt vom individuellen Vergleich ab. Prüfen Sie den Beitrag für Ihr konkretes Fahrzeug bei mehreren Anbietern, achten Sie dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf enthaltene Bausteine wie Rabattschutz, Fahrerschutz und Werkstattbindung.

7: Was passiert mit meiner Schadenfreiheitsklasse bei einem Wechsel zum ADAC?

Die Schadenfreiheitsklasse wird beim Anbieterwechsel grundsätzlich übernommen, sofern Sie eine entsprechende SF-Bescheinigung des bisherigen Versicherers vorlegen. Ein beim alten Anbieter erworbener Rabattschutz ist davon unabhängig und in der Regel nicht übertragbar.

10: Deckt die ADAC-Versicherung auch Elektroautos ab?

Ja, alle Produktlinien bieten eigene Leistungsbausteine für Elektro- und Hybridfahrzeuge, unter anderem für Schäden an der Antriebsbatterie im Rahmen der Kaskoversicherung.

11: Was ist der Unterschied zwischen der ADAC-Mitgliedschaft und der ADAC-Kfz-Versicherung?

Das sind zwei unabhängige Produkte. Die Mitgliedschaft umfasst vor allem Pannenhilfe, Abschleppdienst und Auslandsleistungen, die Kfz-Versicherung deckt Haftpflicht-, Teilkasko- oder Vollkaskoschäden am Fahrzeug ab. Beide lassen sich unabhängig voneinander abschließen, ergänzen sich aber inhaltlich und beim Mitgliederrabatt.

12: Wie melde ich einen Schaden bei der ADAC-Kfz-Versicherung?

Schäden können telefonisch oder über ein Online-Schadenformular gemeldet werden. Halten Sie dabei die Kennzeichen aller beteiligten Fahrzeuge sowie Datum, Ort und Hergang des Schadens bereit.

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