Bei einer Hausratversicherung ist die korrekte Wohnfläche entscheidend, da viele Versicherer die Versicherungssumme anhand der Quadratmeterzahl berechnen. Als Faustregel gilt: Die gesamte Wohnfläche der Wohnung oder des Hauses wird mit einem festgelegten Betrag pro Quadratmeter multipliziert. Zur Wohnfläche zählen in der Regel Wohn-, Schlaf-, Kinder- und Arbeitszimmer, Küche, Bad sowie Flure. Keller, Garagen und nicht ausgebaute Dachböden werden meist nicht oder nur teilweise berücksichtigt. Eine falsche Angabe kann im Schadensfall zu Problemen führen.
Warum die Wohnfläche bei der Hausratversicherung so wichtig ist
Viele Verbraucher konzentrieren sich bei der Auswahl ihrer Hausratversicherung auf den Preis. Dabei wird häufig ein entscheidender Faktor übersehen: die richtige Angabe der Wohnfläche.
Die Wohnfläche bildet bei zahlreichen Tarifen die Grundlage für die Berechnung der Versicherungssumme. Wird die Fläche zu niedrig angegeben, droht eine Unterversicherung. Ist sie zu hoch angesetzt, zahlen Sie möglicherweise unnötig hohe Beiträge.
Die Frage „Hausratversicherung Wohnfläche berechnen“ gehört daher zu den wichtigsten Themen beim Abschluss einer Police.
Besonders bei:
- Umzügen
- Neubauten
- Eigentumswohnungen
- Dachgeschosswohnungen
- Modernisierungen
- Wohnraumerweiterungen
sollten Versicherte ihre Angaben überprüfen.
Was versteht man unter Wohnfläche?
Die Wohnfläche umfasst alle Räume, die dauerhaft zum Wohnen genutzt werden können.
Grundlage ist in Deutschland meist die Wohnflächenverordnung (WoFlV).
Zur Wohnfläche zählen normalerweise:
- Wohnzimmer
- Schlafzimmer
- Kinderzimmer
- Arbeitszimmer
- Küche
- Badezimmer
- Gäste-WC
- Flure
- Abstellräume innerhalb der Wohnung
- Wintergärten (teilweise oder vollständig)
Nicht oder nur eingeschränkt berücksichtigt werden:
- Keller
- Heizungsräume
- Garagen
- Dachböden ohne Wohnnutzung
- Treppenhäuser außerhalb der Wohnung
- Balkone und Terrassen (anteilig)
Welche Wohnfläche muss bei der Hausratversicherung angegeben werden?
Bei einer Hausratversicherung wird die tatsächliche Wohnfläche des versicherten Objekts angegeben.
Dazu gehören grundsätzlich alle Wohnräume.
Beispiel
Eine Wohnung besitzt:
| Raum | Fläche |
|---|---|
| Wohnzimmer | 28 m² |
| Schlafzimmer | 16 m² |
| Kinderzimmer | 14 m² |
| Küche | 12 m² |
| Bad | 8 m² |
| Flur | 10 m² |
| Abstellraum | 4 m² |
Gesamtwohnfläche:
92 m²
Diese 92 Quadratmeter werden bei der Versicherung angegeben.
Hausratversicherung Wohnfläche berechnen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Schritt 1: Grundriss besorgen
Am einfachsten funktioniert die Berechnung anhand:
- Mietvertrag
- Bauplan
- Teilungserklärung
- Wohnflächenberechnung des Architekten
In vielen Fällen ist die Wohnfläche bereits korrekt ausgewiesen.
Schritt 2: Alle Wohnräume erfassen
Notieren Sie die Quadratmeter aller Wohnräume.
Dazu gehören:
- Wohnbereiche
- Schlafräume
- Küche
- Bad
- Arbeitszimmer
- Hobbyräume mit Wohncharakter
Schritt 3: Sonderflächen prüfen
Einige Bereiche werden nur anteilig berücksichtigt.
Balkon
Meist:
- 25 % der Fläche
- maximal 50 % bei hochwertiger Ausführung
Beispiel:
Balkon 12 m²
Berechnung:
12 m² × 25 %
= 3 m² Wohnfläche
Terrasse
Üblicherweise:
- 25 %
- maximal 50 %
je nach Qualität und Nutzbarkeit.
Wintergarten
Unbeheizt:
- häufig 50 %
Beheizt:
- oft 100 %
Schritt 4: Dachschrägen berücksichtigen
Bei Dachgeschosswohnungen gelten Sonderregeln.
Höhe über 2 Meter
100 % Anrechnung
Höhe zwischen 1 und 2 Metern
50 % Anrechnung
Höhe unter 1 Meter
0 % Anrechnung
Beispiel Dachgeschoss
Gesamtfläche:
80 m²
Davon:
- 50 m² über 2 m Höhe
- 20 m² zwischen 1 und 2 m Höhe
- 10 m² unter 1 m Höhe
Berechnung:
50 m² + 10 m² + 0 m²
= 60 m² Wohnfläche
Wie berechnen Versicherer die Versicherungssumme?
Viele Gesellschaften verwenden eine pauschale Berechnung.
Typisches Modell:
| Wohnfläche | Versicherungssumme |
|---|---|
| 50 m² | 32.500 € |
| 75 m² | 48.750 € |
| 100 m² | 65.000 € |
| 120 m² | 78.000 € |
| 150 m² | 97.500 € |
Grundlage:
650 Euro pro Quadratmeter
Je nach Anbieter können auch:
- 700 €
- 750 €
- 800 €
- 1.000 €
pro Quadratmeter angesetzt werden.
Warum eine falsche Wohnfläche gefährlich sein kann
Risiko der Unterversicherung
Wird die Wohnfläche zu niedrig angegeben, entsteht häufig eine zu geringe Versicherungssumme.
Beispiel
Tatsächliche Wohnfläche:
120 m²
Angegeben:
90 m²
Versicherungssumme:
58.500 €
Statt:
78.000 €
Nach einem Wohnungsbrand entsteht ein Schaden von 50.000 €.
Der Versicherer könnte prüfen, ob eine Unterversicherung vorliegt.
Das kann zu Kürzungen führen.
Zu hohe Wohnfläche
Auch eine zu hohe Angabe ist ungünstig.
Folgen:
- unnötig hohe Beiträge
- schlechtere Wirtschaftlichkeit
- überhöhte Versicherungssumme
Welche Räume zählen nicht zur Wohnfläche?
Viele Versicherungsnehmer machen hier Fehler.
Nicht zur Wohnfläche gehören normalerweise:
- Kellerraum
- Waschküche im Keller
- Heizungsraum
- Garage
- Carport
- nicht ausgebauter Dachboden
- Geräteschuppen
- Gartenhaus
Diese Räume können teilweise über besondere Klauseln mitversichert werden.
Wohnfläche bei Einfamilienhäusern richtig berechnen
Bei Häusern ist die Berechnung oft komplizierter als bei Wohnungen.
Berücksichtigt werden:
- Erdgeschoss
- Obergeschoss
- ausgebautes Dachgeschoss
- Wohnkeller (falls als Wohnraum genutzt)
Nicht berücksichtigt:
- Garage
- Heizraum
- Technikraum
- Rohkeller
Praxisbeispiel
Einfamilienhaus:
| Bereich | Fläche |
|---|---|
| Erdgeschoss | 75 m² |
| Obergeschoss | 70 m² |
| Ausgebautes Dachgeschoss | 30 m² |
| Keller | 65 m² |
Wohnfläche:
75 + 70 + 30
= 175 m²
Der Keller zählt nicht.
Wohnfläche bei Eigentumswohnungen
Eigentümer sollten die Angaben der Teilungserklärung prüfen.
Häufig stimmen:
- Bauunterlagen
- Maklerangaben
- Wohnflächenberechnungen
nicht vollständig überein.
Für die Hausratversicherung zählt die tatsächliche Wohnfläche.
Experten empfehlen daher eine Überprüfung bei älteren Immobilien.
Hausratversicherung ohne Unterversicherungsverzicht – besondere Vorsicht
Viele moderne Tarife enthalten einen Unterversicherungsverzicht.
Dieser gilt jedoch meist nur unter bestimmten Voraussetzungen:
- richtige Wohnfläche angegeben
- Mindestversicherungssumme eingehalten
- keine groben Falschangaben
Wird die Wohnfläche deutlich zu niedrig angegeben, kann der Versicherer die Leistung genauer prüfen.
Wohnfläche und Versicherungsbeitrag: Wie stark beeinflusst die Fläche die Kosten?
Die Wohnfläche wirkt sich direkt auf die Prämie aus.
Beispielhafte Jahresbeiträge
| Wohnfläche | Einfache Tarife | Gute Tarife | Premium-Tarife |
|---|---|---|---|
| 50 m² | 35–70 € | 70–120 € | 120–180 € |
| 80 m² | 55–100 € | 100–180 € | 180–260 € |
| 120 m² | 80–160 € | 160–280 € | 280–450 € |
| 180 m² | 120–250 € | 250–450 € | 450–700 € |
Die tatsächlichen Beiträge hängen zusätzlich ab von:
- Wohnort
- Tarif
- Selbstbeteiligung
- Zusatzleistungen
- Sicherheitsausstattung
Häufige Fehler bei der Berechnung der Wohnfläche
1. Balkon vollständig anrechnen
Viele Versicherte zählen die komplette Balkonfläche.
Das ist meist falsch.
2. Keller einbeziehen
Ein klassischer Fehler.
Normale Kellerräume gehören normalerweise nicht zur Wohnfläche.
3. Dachschrägen falsch berechnen
Gerade im Dachgeschoss entstehen häufig erhebliche Abweichungen.
4. Veraltete Wohnflächen nutzen
Nach Umbauten oder Anbauten sollte die Versicherung informiert werden.
5. Schätzungen statt exakter Werte verwenden
Eine grobe Schätzung kann später teuer werden.
Experten-Tipps zur korrekten Wohnflächenberechnung
Tipp 1: Mietvertrag nicht blind übernehmen
Ältere Mietverträge enthalten gelegentlich Fehler.
Kontrollieren Sie die Angaben.
Tipp 2: Nach Umbauten sofort melden
Neue Wohnräume erhöhen oft den Hausratwert.
Tipp 3: Versicherungssumme regelmäßig überprüfen
Durch Inflation steigt der Wert des Hausrats kontinuierlich.
Tipp 4: Unterversicherungsverzicht wählen
Ein guter Tarif sollte einen Unterversicherungsverzicht enthalten.
Tipp 5: Hochwertige Gegenstände separat dokumentieren
Dazu gehören beispielsweise:
- Schmuck
- Kunstwerke
- Sammlungen
- hochwertige Elektronik
Wohnfläche oder Hausratwert – was ist wichtiger?
Früher wurde häufig der tatsächliche Hausratwert einzeln ermittelt.
Heute setzen viele Versicherer auf die Quadratmeter-Methode.
Dennoch gilt:
Die Wohnfläche ist lediglich ein Hilfswert.
Wer außergewöhnlich wertvollen Hausrat besitzt, sollte prüfen, ob die pauschale Versicherungssumme ausreicht.
Vor- und Nachteile der Wohnflächenberechnung
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Einfache Berechnung | Nicht immer exakt |
| Schneller Vertragsabschluss | Hochwertiger Hausrat kann unterversichert sein |
| Weniger Verwaltungsaufwand | Wohnflächenfehler wirken sich direkt aus |
| Grundlage für Unterversicherungsverzicht | Sonderfälle erfordern Prüfung |
| Gute Vergleichbarkeit von Tarifen | Individuelle Werte werden nicht berücksichtigt |
Häufige Fragen
1: Welche Wohnfläche muss ich bei der Hausratversicherung angeben?
Die tatsächliche Wohnfläche der Wohnung oder des Hauses einschließlich aller Wohnräume, jedoch ohne Keller und Garage.
2: Zählt der Keller zur Wohnfläche?
Nein. Normale Kellerräume werden in der Regel nicht als Wohnfläche berücksichtigt.
3: Wird der Balkon mitgerechnet?
Ja, aber meist nur zu 25 Prozent, in besonderen Fällen bis zu 50 Prozent.
4: Wie werden Dachschrägen berechnet?
Flächen über 2 Metern Höhe zählen vollständig, zwischen 1 und 2 Metern zu 50 Prozent und unter 1 Meter gar nicht.
5: Was passiert bei einer falschen Wohnflächenangabe?
Es kann zu einer zu niedrigen oder zu hohen Versicherungssumme kommen. Im Schadensfall drohen unter Umständen Leistungskürzungen.
6: Kann ich die Wohnfläche nachträglich ändern?
Ja. Änderungen sollten dem Versicherer sofort gemeldet werden.
7: Gilt die Wohnfläche aus dem Mietvertrag automatisch?
Nicht immer. Fehlerhafte oder veraltete Angaben kommen vor und sollten überprüft werden.
8: Wie viel Versicherungssumme pro Quadratmeter ist sinnvoll?
Viele Versicherer kalkulieren mit 650 bis 750 Euro pro Quadratmeter. Bei hochwertigem Hausrat kann ein höherer Wert erforderlich sein.
9: Muss ich nach einem Anbau die Versicherung informieren?
Ja. Jede Wohnflächenerweiterung sollte zeitnah gemeldet werden, damit ausreichender Versicherungsschutz besteht.
Weitere Einblicke in das Versicherungswesen finden Sie unten: Hausratversicherung wie viel pro qm?
Hausratversicherung Empfehlung 2026
Fazit
Die korrekte Wohnflächenangabe ist eine der wichtigsten Grundlagen jeder Hausratversicherung. Sie beeinflusst nicht nur die Höhe der Beiträge, sondern auch die Versicherungssumme und damit den Schutz im Schadensfall. Wer Kellerflächen, Dachschrägen oder Balkone falsch berücksichtigt, riskiert unnötige Kosten oder sogar eine Unterversicherung.
Für Verbraucher empfiehlt sich daher eine genaue Berechnung nach den Regeln der Wohnflächenverordnung. Besonders bei Umzügen, Umbauten oder dem Kauf einer Immobilie sollte die Wohnfläche neu überprüft werden. So stellen Sie sicher, dass Ihr Hausrat im Ernstfall vollständig abgesichert ist und die Versicherung die vereinbarte Leistung ohne unnötige Diskussionen erbringen kann.
